Warum diese Ausstellung?

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) richtet seine Forschung neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Wie wir diesen Auftrag verstehen, wollen wir unserem Publikum vermitteln, bevor das RGZM in wenigen Jahren mit einer neu gestalteten Ausstellung in einen Museumsneubau umzieht. Deshalb werden wir bis dahin im Kurfürstlichen Schloss gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern mit neuen Ideen und Vermittlungsformaten experimentieren. Probeaufbauten, die neue Perspektiven auf Altbekanntes öffnen, werden als »Interventionen« in die bestehende Dauerausstellung integriert. Den Anfang machen wir mit »Codes der Macht. Mit 16 auf den Thron«.

Codes der Macht. Mit 16 auf den Thron - Neue Perspektiven auf Altbekanntes

Wie schafft man es, als derjenige anerkannt zu werden, der im Lande Entscheidungen fällt und durchsetzt? Tagtäglich empfangen wir zahllose Texte, Bilder und Zeichen, die uns etwas versprechen, um uns werben oder uns sogar drohen. Ihre Absender werben dafür, ihnen das Mandat der Macht zu erteilen. Dabei sollen wir die manchmal offenen, manchmal verschlüsselten Botschaften so verstehen, wie ihre Absender es wünschen.

Die Archäologie entschlüsselt „Codes der Macht“, die sich in den Objekten verbergen. Deren Fundzusammenhänge zeigen uns die “Bühnen”, auf denen die mit ihnen verbundenen Botschaften dem Publikum präsentiert wurden. Dieser Blick auf Machtkämpfe in längst vergangenen Gesellschaften, in ganz anderen Herrschaftsstrukturen und Medienwelten ausgetragen, schärft unser Bewusstsein für gegenwärtige "Codes der Macht".

Im Jahr 482 waren es die Begräbnisfeierlichkeiten für König Childerich, die sein Sohn, der 16jährige Chlodwig, für die Sicherung seiner Nachfolge auf den Thron zu inszenieren wusste. Die am Beispiel der archäologischen Erforschung des Childerichgrabes entwickelte Perspektive auf das Thema für den heutigen Menschen in Wert zu setzen, ist das Ziel des Projektes.