Nordgallische Allgemeine Zeitung

Tournai, 482
Nachdem Chlodwig das Begräbnis seines Vaters Childerich mit der Tötung einiger seiner besten Pferde in ein blutiges Schauspiel verwandelt hatte, beruhigen sich nun langsam wieder die Gemüter. Den Akt, der auf eine Tradition aus der Heimat seiner Mutter Basina zurückgeht,  hatten viele Besucher während der Bergräbniszeremonie als Zumutung empfunden.

Die Bevölkerung hat dem Hügel, der mittlerweile über dem Grab des verstorbenen Königs aufgeschüttet wurde, den Spitznamen „Monte Childirici“ gegeben. Jeder, der sich der Stadt von Norden her nähert oder sie in diese Richtung verlässt, kommt an ihm vorbei. Auch von der Stadtmauer aus ist der Hügel nicht zu übersehen: Ein sehr eigenwilliges Denkmal, das Chlodwig seinem Vater gesetzt hat. Bei dem Anblick des Monte Childirici denken nicht wenige an die vielen Schätze, die mit dem König unter dem Hügel verschwanden.

Abb. nach M.-J. Ghenne-Dubois, Les sépultures de chevaux. In: R. Brulet (Hrsg.), Les fouilles du quartier Saint-Brice à Tournai. L´environnement funéraire de la sépulture de Childéric 2. Collect. Arch. Joseph Mertens 7 (Louvain-La-Neuve 1991) 22-34.

Abb. nach M.-J. Ghenne-Dubois, Les sépultures de chevaux. In: R. Brulet (Hrsg.), Les fouilles du quartier Saint-Brice à Tournai. L´environnement funéraire de la sépulture de Childéric 2. Collect. Arch. Joseph Mertens 7 (Louvain-La-Neuve 1991) 22-34.