Nordgallische Allgemeine Zeitung
Ein Kommentar zum Tod Childerichs von Tina Niedlich

Darüber, dass der Tod von König Childerich eine große Lücke hinterlässt, scheinen sich alle einig zu sein, glaubt man den Worten der zahlreichen Nachrufe. Aber die Erwartungen und Hoffnungen, die mit dem Tod des Königs verbunden sind, dürften in Wirklichkeit weit auseinander gehen. Einerseits ist nicht zu überhören, dass die Familie Chlodwig in Position bringen will. Die Nachfolge des Sohnes erklärt seine Familie zur Regel und verweist dann auch mal auf ihre angeblich uralten Wurzeln. So konsequent wie Childerich agiert hat, hören wir, wird auch sein Sohn das Land regieren. Und so fruchtbar wie Childerich mit den alteingesessenen Würdenträgern zusammengearbeitet hat, wird es auch sein Sohn tun. Natürlich sind gerade die Bischöfe an Kontinuität interessiert, und die erhoffen sie sich von der Nachfolge Chlodwigs. Auf Seiten der Militärs allerdings gibt es Ältere und Erfahrenere als ihn. Männer, die sich seit Jahren in Feldzügen Verdienste erworben haben. Ob sie sich alle dem Anspruch des jungen Thronanwärters beugen werden, bleibt abzuwarten.

Derzeit ist der Thron leer. Wird Chlodwig ihn behaupten können? (Foto: NGAZ).

Derzeit ist der Thron leer. Wird Chlodwig ihn behaupten können? (Foto: NGAZ).